{"id":426,"date":"2017-06-28T11:18:00","date_gmt":"2017-06-28T10:18:00","guid":{"rendered":"http:\/\/doertita.achterliek.de\/?p=426"},"modified":"2017-08-27T11:19:19","modified_gmt":"2017-08-27T10:19:19","slug":"landfalls-in-paradis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/doertita.achterliek.de\/?p=426","title":{"rendered":"Landfalls in Paradis"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: rgb(0, 0, 0); font-family: Verdana; font-size: 12px;\">Am 23.06. kamen wir nach 2 Tagen ruhiger \u00dcberfahrt von Noumea auf Aneityum an. Das ist die s\u00fcdlichste Insel von Vanuatu. Wir hatten gerade geankert da w\u00fcrden wir vom Zoll \u00fcber Funk angerufen, wir m\u00f6chten doch zum Einklarieren an Land kommen. Da mussten wir uns erst durchfragen bis wir die halbfertige H\u00fctte fanden. Alle 3 Beh\u00f6rden, Custum (Zoll), Immigration und Biosecure waren in einem Raum. In sehr entspannter Atmosph\u00e4re ging der Papierkram ziemlich schnell. Jeder verlangte allerdings 5000.- Vatu ( ca. 43 \u20ac). Aneityum ist kein offizieller Einklarierungshafen. Sie sind nur da weil gelegentlich ein Kreuzfahrtschiff an einer vorgelagerten Insel ankert. Alle Einwohner des kleinen Ortes waren sehr entspannt und freundlich. Die meisten Leben in einfachen H\u00fctten. Es gab 2 Schulen, eine Kirche und einen Miniladen. Die Menschen sind Selbstversorger und bauen Taro und Maniok an. Au\u00dferdem gibt es viele Fr\u00fcchte und Kokusn\u00fcsse .Alles ist penibel sauber. Am n\u00e4chsten Tag sahen wir uns die weitere Umgebung an. Es ist eine sehr sch\u00f6ne Insel. Das Leben l\u00e4uft hier wie seit Urzeiten. Am Sonntag den 25.06. segelten wir zur 45 Sm n\u00f6rdlich gelegenen Insel Tanna. Dort gibt es einen aktiven Vulkan den ich gerne besichtigen wollte. Ede hat ja keine Lust auf Berge und w\u00e4re am liebsten weiter gesegelt. H\u00e4tte ich nur auf ihn geh\u00f6rt. Da der Wind zeitweise schwach war gerieten wir vor unserem Ziel in die D\u00e4mmerung. Ich stand am Ruder, die Genua war schon eingerollt und ich wollte zum bergen des Gro\u00dfsegels in den Wind gehen. Beide Chartplotter waren an und ich lie\u00df auch das Radar mitlaufen. Alles zeigte mir gen\u00fcgend Abstand zur K\u00fcste an. Kurz vor&nbsp;<\/span><a dir=\"ltr\" style=\"font-size: 12px;\">18:00 Uhr<\/a><span style=\"color: rgb(0, 0, 0); font-family: Verdana; font-size: 12px;\">&nbsp;gab es zwei heftige Schl\u00e4ge, zun\u00e4chst am Kiel dann am Ruder. Wir wurden beide durchs Cockpit geschleudert. Ich war sofort wieder am Ruder, Konnte es jedoch nicht mehr bewegen. Das Boot war frei und trieb quer zur See. Ich st\u00fcrzte ins Boot und wollte die Bilgen kontrollieren. Das Wasser kam in str\u00f6men vom Heck in den Salon. Schnell war die Bilge voll und die Bodenbretter schwammen auf. Die elektrische Pumpe schaffte es nicht. Wir sahen uns geschockt und entsetzt an. Die D\u00f6rtita sinkt!&nbsp; Ich l\u00f6ste sofort den&nbsp; Notruf am UHF Ger\u00e4t aus. Es kam keine Antwort. Dann schoss ich mit der Signalpistole immer wieder rot. Es war inzwischen stockdunkel und ich machte die gesamte Beleuchtung an. Zwischendurch suchten wir unsere wichtigsten Wertsachen zusammen und packten sie in einen wasserdichten Sack. Da wir keinen Funkkontakt bekamen rief Ede, dessen Handy zum Gl\u00fcck Netz hatte, in Deutschland an. Er erwischte Hansemann. Ich erkl\u00e4rte ihm unsere Lage und Position und er m\u00f6ge das an die DGZRS in Bremen weiter leiten. Wir hatten inzwischen das Schlauchboot zu Wasser gebracht und dann auch die Rettungsinsel ausgebracht. Dann bekam ich endlich Funkkontakt mit einem Boot in Port Resolution. Mann hatte unsere Signalraketen gesehen. Sie wollten uns zur Hilfe kommen. Bald kam ein gro\u00dfes Schlauchboot und zwei Leute kamen an Bord. Einer bediente die Handbilgepumpe. Bald danach kam die gro\u00dfe Segelyacht Chimere. Wir gaben eine Leine \u00fcber und sie schleppten uns in die Bucht. Die D\u00f6rtita lag schon sehr tief. Schnell ankerten sie und nahmen uns l\u00e4ngsseits. Sie hatten einen 220V Generator und eine starke Bilgepumpe. Damit, und mit der Hilfe mehrerer Helfer, die mit Eimern sch\u00f6pften sank der Wasserspiegel langsam. Wir r\u00e4umten die Heckbackskiste aus und ich sah das unter der Badeplattform gro\u00dfe Risse waren. Mit jeder Menge T\u00fccher konnte ich den Wassereinbruch auf eine Menge reduzieren die von der Bilgepumpe bew\u00e4ltigt wurde. Nun machten wir eine Pause und wir wurden an Bord der Chimere versorgt. Das Boot mit Skipper Robert Latimer f\u00e4hrt f\u00fcr die &#8220; Medical&nbsp; Sailing&nbsp; Vanuatu &#8220; und kommt aus Melbourne in Australien. Mit mehreren \u00c4rzten, Zahn\u00e4rzten und Krankenschwestern segeln sie durch die Inseln Vanuatus und versorgen die Einheimische Bev\u00f6lkerung. Ein Arzt versorgte gleich mein Knie,&nbsp; ich hatte mir eine Prellung zugezogen. Ede und ich gingen bald wieder an Bord. Wir mussten den Generator und die Pumpe alle 45 Minuten anwerfen, dann war die Bilge wieder voll.&nbsp;<\/span><\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"color: rgb(0, 0, 0); font-family: Verdana; font-size: 12px;\"><a dir=\"ltr\">Am Montag Morgen<\/a>&nbsp;nach dem es hell wurde ging ich mit Taucherbrille ins Wasser. Der Kiel sah bis auf ein paar Schrammen unbesch\u00e4digt aus. Aber das Ruder hatte es heftig erwischt. Durch den Aufprall war die Ruderwelle oberhalb des Ruderkokers um ca 20 Grad verbogen. An der Stelle ist sie 6 cm dick, massiver Stahl. Dadurch war das Ruderblatt ca 10 cm in den Rumpf unterhalb der Badeplattform gedrungen und hatte das GFK aufgerissen. Wir versuchten dann die Risse mit Holz und Kunststoffen abzudichten. Das gelang nicht. Robert meinte dann wir m\u00fcssten das Boot trocken fallen lassen. Die Einheimischen sagten es gebe eine gute Stelle am Strand ohne Riffe oder Steine. Da gerade kurz nach Hochwasser war ging es sofort los. 2 Schlauchboote schleppten uns zum Strand, gef\u00fchrt von etlichen Einbaumbooten der Einheimischen. Da wartete schon das halbe Dorf und gemeinsam wurde die D\u00f6rtita quer gezogen bis der Kiel auf Grund lag. Nachdem das Wasser halb abgelaufen war wurde die D\u00f6rtita mit dem Spinnakerfall auf die Seite gelegt. Wir mussten noch 2 Stunden warten bis der Schadensbereich trocken war. Robert und seine Crew hatten schon eine Holzplatte vorbereitet mit der sie den ganzen kaputten Bereich absperten. Alles wurde mit Epoxidharzen abgedichtet. Kurz vor D\u00e4mmerung waren wir wieder frei und sie schleppten uns an einen Ankerplatz wo wir selber ankerten. Das Boot war nahezu dicht. Was dann noch nachlief schafte unsere Bilgepumpe. Fix und fertig konnten wir schlafen gehen.&nbsp;<br \/>\nAm Dienstag kam Robert wieder diesmal alleine, aber mit gro\u00dfem Werkzeug und Holzplatten. Wir bauten den ganzen Tag an einem Notruder. Benutzen dazu von mir einen Spinnackerbaum, die Notpinne, die Aussenborderhalterung und Teile der Heckanckerhalterung. Dazu die Holzplatten von Robert als Ruderblatt. Es sah wild aus. Aber es funktionierte wie wir bei einer Testfahrt am n\u00e4chsten Tag feststellten.&nbsp;<br \/>\nDie n\u00e4chsten Tage verbrachten wir mit weiteren Reperaturen und trocknen der Bilgen. Nun warten wir auf die Trinity. Rainer und Ute sind gerade von Fidji in Port Vila angekommen. Sie wollen aber schnell zu uns nach Tanna kommen und uns bei der Fahrt nach Port Vila begleiten. Die 130 Sm wollen und d\u00fcrfen wir mit der angeschlagenen D\u00f6rtita nicht alleine machen. Dort soll sie an Land und repariert werden.&nbsp;<br \/>\nWir haben unheimliches Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck gehabt. Ohne die Chim\u00e4re mit dem Skipper Robert , dem ganzen Equipment und tatkr\u00e4ftiger Crew w\u00e4re die D\u00f6rtita nicht zu retten gewesen. Keins der anderen 3 Boote die in Port Resolution lagen h\u00e4tte das leisten k\u00f6nnen.&nbsp;<br \/>\nWir wurden von den Einheimischen mit Bananen und anderem Obst versorgt. Besonders Stanley tat sich dabei hervor. Er hat angeblich auch unsere Signalraketen gesehen und die Crew der Chim\u00e4re alarmiert. Er zeigte uns auch sein Dorf. Es besteht haupts\u00e4chlich aus einfachen H\u00fctten. Strom haben nur wenige mit kleinen Solarpannels. Aber es gibt ein Mobilphonenetz und viele haben Handys. Alle sind unheimlich freundlich. Auch der Chief des Dorfes kam an Bord. Er erz\u00e4hlte uns das wir das vierte Boot seien das hier in Seenot geriet. Zwei davon sind gesunken, das dritte liegt an Land.&nbsp;<br \/>\nDa komme ich wieder zu meiner \u00dcberschrift : Landfalls of Paradis&nbsp;<br \/>\nEs ist der Crusing Guide for the Pazifik Islands.&nbsp;<br \/>\nAuf diese Landfalls auf der Insel Tanna h\u00e4tten wir gerne verzichtet.<\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"color: rgb(0, 0, 0); font-family: Verdana; font-size: 12px;\">Am Sonntag den 2. Juli um 18:30 traf die Trinity ein. Sie mussten von Port Vila voll gegen S\u00fcdost Wind dieseln und hatte fast 4 Tage gebraucht. Wir waren froh das Rainer und Ute da waren. Nach langen Gespr\u00e4chen fielen sie kaputt in die Kojen. Wir beschlossen am Montag doch den Vulkan Yasur zu besuchen.&nbsp;<a dir=\"ltr\">Um 15 Uhr<\/a>&nbsp;wurden Ute, Rainer und ich mit einem Jeep abgeholt und zum Besucherzentrum gebracht. Nach Zahlung einer hohen Geb\u00fcr bekamen wir eine Einweisung und es wurden zwei T\u00e4nze aufgef\u00fchrt. Dann ging es wieder mit Jeeps zum Fu\u00dfe des nur 361 m hohen Vulkans. Die letzten 200 m zum Kraterrand mussten wir hoch laufen. Wir blieben bis nach Einbruch der Dunkelheit. Es war beeindruckend. In kurzen Abst\u00e4nden spieh er unter lautem Get\u00f6se bis zu 200 m hohe Lavavont\u00e4nen aus, die dann rotgl\u00fchend am Kraterrand ausk\u00fchlten.&nbsp;<a dir=\"ltr\">Um 19 Uhr<\/a>&nbsp;waren wir zur\u00fcck im Dorf und holten Ede ab. Er war von Stanley zu einer Kawa Zeremonie eingeladen worden. Er musste das Gebr\u00e4u, das aus den zerkauten Wurzeln und Wasser besteht ex trinken und dann spirituelle Spr\u00fcche abgeben. Viel bewirkt hat es bei ihm aber nicht. Nur das es wohl ein besonderes Erlebnis war. Aber davon muss Ede euch selber erz\u00e4hlen.<\/p>\n<p dir=\"ltr\" style=\"color: rgb(0, 0, 0); font-family: Verdana; font-size: 12px;\">Nach Sonnenaufgang&nbsp;<a dir=\"ltr\">am Dienstag morgen<\/a>&nbsp;gingen wir ankerauf. Nach anf\u00e4nglichen Schwierigkeiten kamen wir gut aus der Bucht und konnten zun\u00e4chst bei leichten Winden auch segeln. Als der Wind st\u00e4rker wurde lie\u00df sich die D\u00f6rtita mit dem kleinen Ruder nicht mehr steuern. Wir mussten motoren. Es war trotzdem anstrengend und wir wechselten uns st\u00fcndlich ab. Die Trinity blieb immer dicht bei uns und wir hatten laufend Funkkontakt. Es wurde schon wieder dunkel als wir in der Dillon Bay der Insel Erromango ankerten.<br \/>\nAm n\u00e4chsten Tag blieben wir in der Bucht. Das Notruder war schon besch\u00e4digt und wir mussten es verst\u00e4rken. Am Abend waren wir bei einer Einheimischen Familie zum Essen eingeladen, f\u00fcr eine kleine Geb\u00fchr. Es gab alles aus der Landesk\u00fcche. Einfach aber OK.&nbsp;<br \/>\n<a dir=\"ltr\">Donnerstag morgen<\/a>&nbsp;gingen wir&nbsp;<a dir=\"ltr\">um 6 Uhr<\/a>&nbsp;ankerauf. Es sollten nur um 15 Knoten Wind. Es waren aber bis zu 25 . Da der Wind raumschots kam konnten wir aber segeln. Es war allerdings schwer zu steuern und wir l\u00f6sten uns wieder st\u00fcndlich ab. Das Ruder hielt!&nbsp; Die Trinity blieb wider in der N\u00e4he um uns notfalls zu helfen. Gegen Mitternacht erreichten wir Efate und gingen im Vorhafen vor Anker.<br \/>\nWir bedanken uns ganz besonders bei Rainer und Ute. Ohne ihren Beistand h\u00e4tten wir die \u00dcberf\u00fchrung nicht machen k\u00f6nnen.&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 23.06. kamen wir nach 2 Tagen ruhiger \u00dcberfahrt von Noumea auf Aneityum an. Das ist die s\u00fcdlichste Insel von Vanuatu. 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