180°E

Heiner Mattfeldt   21. September 2016   Keine Kommentare zu 180°E


21.9.- 25.9. Gegen 13 Uhr laufen wir mit angezogener Handbremse Richtung Fidschi. Etwa 400 Seemeilen liegen vor uns. Unser ETA ist, wie den lokalen Behörden schon per Mail angemeldet, für Montag, 25.09.2016 10:00 Uhr geplant. Es wird wohl eine Punktlandung. Die aktuellen Segelbedingungen lassen keine größeren Etmale als etwa 80 Seemeilen pro Tag zu, 400 Seemeilen in 5 Tagen. Es weht nur wenig Wind aus Süd-West mit in den Spitzen nur 4 Beaufort. Die See ist mit etwa 0,5 – 1 Meter wenig bewegt. So nähern wir uns unserem nächsten Ziel, Levuka auf Ovalau. Nur manchmal unterbricht der Schwedenwind diese Ruhe und wir müssen motoren. Der Mond geht zur Zeit erst in der zweiten Hälfte der Nacht auf. Auch sind die Nächte teilweise bis zu ¾ bewölkt. Es ist dunkel, so dunkel, dass sich Sirius, die Milchstraße und andere helle Sterne im Meer spiegeln.  Am 24.9. gegen 04:19 Uhr nähern wir uns in gespannter Erwartung von Westen dem 180. Längengrad, doch dies bleibt irgendwie unspektakulär. Eine von Menschen willkürlich festgelegte Linie haben wir gerade überquert, nichts besonderes, nur ein Teil der Grundlagen eines Systems welches der Orientierung auf See dient. Wir sind nun schon 2 Tage in den hiesigen Gewässern. Wir wissen, dass von etwa 300 Insel knapp 1/3 bewohnt sein soll, dass kann nicht stimmen. Auf keiner der Inseln ist von See aus ein Lebenszeichen auszumachen. Keine Lichter, keine Boote oder Fischer. Nur noch 50 Seemeilen, der Volvo läuft wieder mit ca. 1800 Umdrehungen und bringt uns unserem Ziel näher, noch immer kein Lebenszeichen. Nur große braune Teppiche von Partikeln sind im Meer auszumachen, diese sehen wie Sägespäne aus und sind mehrere 100 Quadratmeter groß. Wir fragen uns ob diese Teppiche auf  Algen- oder Korallenblüte zurückzuführen sind. Unter uns ist das Meer zum Teil mehr als 2000 Meter tief. Grüße Kurt und Heiner

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