Saison 2014 / 2015

… von Cap Cana nach Panama

Am Samstag den 14.03.2015 war mein Eremitendasein in der Marina Cap Cana zu Ende.

Ich mietete ein Auto und holte die neue Crew Ulrike und Ralf vom Flughafen ab. Den Sonntag brauchten die Beiden zum Akklimatisieren und wir verbrachten auch einige Zeit am Strand.

Am Montag den 16.03. legten wir ab, nachdem wir eine Zarpe (Clearence) zum nächsten Hafen bekommen hatten. In der Dom.Rep. muss man von Hafen zu Hafen Aus- und wieder Einklarieren, was auch jedesmal mit Kosten verbunden ist. – Wir segelten bei ruhiger See und leichtem Ostwind Richtung Isla Saona. Unterwegs gingen uns zwei Barakudas an die Angel. Wir ließen sie wieder lebend in ihr Element, die Gefahr dass sie das Gift der Ciguatera Krankheit in sich haben ist zu groß. An der Westecke der Isla Saona warfen wir vor einem herrlichen Sandstrand gegen 17 Uhr den Anker und genossen beim Sundowner einen wolkenfreien Sonnenuntergang mit Greenflash.

Am nächsten Tag hatten wir nur noch sehr wenig Wind, konnten aber die größte Strecke bis Boca Chica mit dem Blister segeln. Die letzten 10 Meilen mußten wir jedoch dieseln. Mit dem letzten Tageslicht fuhren wir durch die enge Riffdurchfahrt und machten in der Marina Zar Par fest.

Die nächsten beiden Tage blieben wir in der sehr guten Marina und machten zunächst einen Ausflug nach Santo Domingo. Für 1 Euro fuhren wir mit dem Bus bis in die Altstadt. Am nächsten Tag besuchten wir Boca Chica. Dieser lebhafte Urlaubsort ist nur ca. 1 km von der Marina entfernt. Am Weg dahin stehen unzählige einfach zusammengezimmerte Tische und Stühle, die als Urlaubs und Partyplätze dienen. Boca Chica selbst könnte man als den Ballermann der Dom.Rep. bezeichnen. Hinter einem schönen Strand mit Palmen sind zahlreiche Restaurants und Bars aus denen den ganzen Tag Partymusik dröhnt.

Am 20.03. legten wir wieder ab. Zunächst war es fast windstill und wir mussten dieseln. Im Laufe des Tages wurde der Ostwind immer stärker und wir setzten den Blister. Am Nachmittag zischten wir mit 8 Knoten über das Wasser und Ulrike rief begeistert Jiihaa. Mit einem Knall war der Spaß vorbei, der Blister war am Kopf durchgerissen. Nach 61 Sm ankerten wir in der Dämmerung in der sicheren Bucht von Salinas. Kurz darauf kam ein Boot der Coastguard und fragte nach der Zarpe.

Den nächsten Tag verbrachten wir mit langen Wanderungen durch die Dünenlandschaft und an den Salinen, die noch in Betrieb sind. Wir liefen auch zur Coastguard und wollten Ausklarieren. Dort bekamen wir jedoch nur die nationale Zarpe bis Barahona. Also segelten wir am nächsten Tag die 32 Sm bis Barahona. Die kleine aber sichere Bucht liegt vor einer grossen Industrieanlage deren rauchende Schornsteine man schon von weitem sieht. Kaum hatten wir geankert riefen uns schon die Jungs der Coastguard. Ich machte das Dinghi klar und holte 4 Leute an Bord. Sie verlangten erstmal ein Bier, weil ja Sonntag war. Dann brachte ich 3 von ihnen wieder an Land. Mit dem Vierten mußte ich zur Hauptpier fahren, wo sich die Büros befanden. Dort bekam ich dann die Ausreisestempel in die Pässe und die internationale Zarpe nach Jamaika. Dafür durfte ich auch wieder 50.- US $ zahlen. Ich war ca. 1 Stunde weg und Ralf und Ulrike waren schon nervös, sie dachten schon man hätte mich verhaftet.

Am nächsten Morgen starteten wir zu einem 185 Sm Schlag zur Ile la Vache. Bis zur Punta Beata dem südlichsten Punkt Hispaniolas mussten wir wegen absoluter Flaute dieseln. Erst danach konnten wir bei leichtem Ostwind die Segel setzen. Da mir jetzt der Blister fehlte ging es nur langsam voran. Für Ulrike und Ralf war es der erste Nachttörn. Da wenig Wind und Welle waren, ging es aber sehr gemütlich voran. Wir wollten eigentlich am kommenden Abend die Insel erreicht haben, aber wegen des schlappen Windes mussten wir gegen Abend wieder den Motor anschmeißen. Die Einfahrt zur Bucht Port Morgan erwies sich als sehr spannend. Es war mondlos und dunkel, Leuchtfeuer oder Betonnung gab es auch nicht. Mit dem Kartenplotter und Radar tasteten wir uns langsam vorwärts. Ralf stand zusätzlich mit einem Scheinwerfer am Bug. Einmal huschte ein unbeleuchtetes Fischerboot am Bug vorbei. In der Bucht brannten einige Straßenlaternen am Ufer. Kurz nach Mitternacht ankerten wir hinter 2 anderen Yachten in der ruhigen Bucht. Nach dem obligatorischen Happy Arrival Beer fielen wir in die Kojen. – Schon um 7 Uhr wurden wir geweckt. Ein kleines Boot lag längsseits und wir wurden aufgefordert 5.- $ Ankergebühr zu zahlen. Kurz danach kamen etliche Boote zu uns. Die meisten waren kleine Einbäume oder einfache Ruderboote. Die Jungs boten uns Obst und Gemüse, Fisch und alle möglichen Dienstleistungen an. Erstaunlicherweise sprachen die meisten Englisch.  Wir gaben unsere letzten kleinen Dollarnoten aus und baten um späteren Besuch. Wir paddelten dann an Land und sahen uns den Ort und die Gegend an. – Die Ile la Vache gehört zu Haiti, dem westlichen Staat auf der Insel Hispaniola, der östliche ist die Dom.Rep.

Dieser Staat hat sich schon zu Napoleons Zeiten befreit. Seitdem wurde das Land aber immer von selbsternannten Kaisern, Diktaturen und korrupten Politikern regiert, die nur für sich selber sorgten. Daher glaubt man in eine vergangene Zeit zu kommen. Die Menschen leben in großer Armut in einfachen Holzhütten ohne Strom und Wasser. Nur ein kleines Hotel an der Bucht hat eigene Generatoren. Die Straßenlaternen die wir in der Nacht sahen entpuppten sich als Solarlampen, jede Laterne hat eine Solarzelle und eine Batterie die dann in der Nacht für das einzige Licht sorgen. Die sollen erst vor 6 Monaten aufgebaut worden sein. Es schien aber einiges in Bewegung geraten zu sein. Der Präsident soll vor kurzem auf der Insel gewesen sein. Er hat u.a. einen Kinderspielplatz eröffnet. Am nächsten Tag haben sich die Fischer die Seile der Schaukeln geholt. Außerdem gab es ein neues Verwaltungsgebäude und eine Küche, wo sich die Bedürftigsten eine Mahlzeit holen konnten. Auch ein Gesundheitszentrum ist im Bau. Die Verbindung zur Hauptinsel wurde hauptsächlich mit kleinen Segelbooten aufrecht gehalten. Auch die Fischerboote fuhren alle mit ihren Lateinersegeln weit hinaus. Es gab aber schon zwei Boote mit Außenbordern. Bei unserem Landgang verteilten wir Lollis und Malsachen an die Kinder. Am Abend gingen wir in eine der Hütten essen. Wir waren von vielen Eingeladen worden, natürlich gegen Bargeld. Da bekamen wir ein ordentliches Essen mit Conchmuscheln für 15.-$ pro Person. Am Nachmittag verteilte Ulrike noch Kleidung und Schuhe. Da wir in Haiti nicht Einklarieren wollten segelten wir am nächsten Morgen weiter. Wieder war es ein Schlag über Nacht. Der Passat hatte endlich wieder zugelegt und wir hatten eine Rauschefahrt nach Jamaika.

Am Freitag den 27.03. liefen wir gegen Mittag in den Hafen von Port Antonio ein. Wir legten in der schönen Erol Flyn Marina an. Zunächst bekamen wir einen Stapel Formulare die ausgefüllt wurden. Die Einklarierung verlief aber dann in angenehmer Atmosphäre und kostete nichts. Der Ort ist ein quirliger typischer Karibikort. Am Abend und fast die ganze Nacht wurde überall gefeiert, mit lauter dröhnender Musik. Wir mieteten dann ein Auto für 2 Tage. Am Samstag fuhren wir zunächst die Küstenstraße bis Ochos Rios. Da gibt es den Dun River Waterfall. Ca. 300m fällt der Fluss in mehreren Stufen bis ins Meer. Man klettert durch diese Fälle hinauf. Ein netter Spaß, den aber alle Touristen und Einheimische machen wollen. Wir hatten Glück das kein Kreuzfahrtschiff im Hafen war, so hielt sich der Andrang in Grenzen. Am nächsten Tag fuhren wir über die Blue Mountains in Richtung Kingstown. Die Fahrt ging über eine schmale Bergstraße durch sehr grüne Landschaft.

Weiter ging es am Dienstag den 31.03. in Richtung Kuba. Der Wind kam aus Nordost und wir segelten hoch am Wind. Am Morgen wurde der Wind schlapper und wir dieselten die letzten 30 Sm. Ich meldete mich über Funk bei der Marina Punta Gorda. Sie gaben mir die Position eines weit abgelegenen Ankerplatzes durch. Etwas ungläubig warfen wir dort den Anker. Zwei Stunden tat sich nichts, dann kam eine Barkasse zu uns und eine Ärztin kam an Bord. Sie maß unsere Temperatur und befragte uns nach Krankheiten. Nachdem sie sicher war dass wir keine ansteckende Krankheiten einschleppen würden, durften wir zur Marina fahren. Dort bekamen wir den letzten Platz an der Pier, wo wir schon von den weiteren Behörden empfangen wurden. Die Einklarierung an Bord mit insgesamt 5 Offiziellen verlief dann problemlos. Am nächsten Tag fuhren wir mit einem Taxi nach Santiago de Cuba. Dort wurden wir schon von einem Verwandten des Taxifahrers erwartet der uns durch die Stadt führte. Das Zentrum der Stadt mit großen öffentlichen Gebäuden, Kirchen und Hotels ist schön renoviert und in gutem Zustand. Aber etwas abseits in den Wohnvierteln ist überall Verfall und Bruch. An den alten Häusern aus der Kolonialzeit, mit eigentlich schönen Fassaden, ist seit der Revolution in den fünfziger Jahren nichts mehr gemacht worden. Dazu haben Hurrikans viel Schaden angerichtet. Nur einige Geschäftsstraßen sehen besser aus. Wir müssen am Automaten Geld ziehen, den CUC, eine Währung für Touristen die zum Euro ca. 1:1 ist. Damit müssen wir Taxis und fast alles bezahlen, zu überhöhten Preisen. Nur auf dem Obst-und Gemüsemarkt und beim Bäcker können wir mit dem normalen Peso bezahlen. Das ist dann wieder spottbillig. Wir buchten dann einen Taxifahrer für 3 Tage für 60.- CUC pro Tag. Er hatte ein seltenes neues Auto, einen kleinen Daihatsu. Am Donnerstag machen wir eine Tagestour zunächst zur Festung El Morro. Diese liegt an der Einfahrt zur Bucht von Santiago und ist sehr schön renoviert. Auch den Leuchtturm daneben mit alter aber funktionierender Technik konnten wir besichtigen. Dann wollten wir zu einem ca. 30 km entfernten Berg fahren, dem Grand Pietra, der eine weite Aussicht über die ganze Gegend verspricht. Auf halber Strecke am Berg kam Rauch aus der Motorhaube. Das Kupplungsseil war an die Batterie gekommen und durchgebrannt. Ohne Kupplung ging die Fahrt zurück nach Santiago.

Da vermittelte der Fahrer uns ein anderes Auto, einen alten amerikanischen Willy Jeep und es ging wieder los. Fast an der gleichen Stelle der ersten Fahrt knallte es auf einmal. Die Kardanwelle war gebrochen. Der Fahrer telefonierte mit seinem Vater(es gab ein Handynetz)  . Der Vater kam bald mit einem anderen Willy Jeep und einigen Helfern. Sie hatten eine Ersatzkardanwelle und machten sich an die Reparatur während wir mit dem Vater und seinem Jeep die Fahrt zum Berg fortsetzten. Der machte auch seltsame Geräusche und blieb ein paarmal stehen. Er schaffte aber die Auffahrt zum Berg. Da mussten wir noch 450 Stufen bis zum Gipfel steigen und wurden mit einem fantastischen Ausblick belohnt. Zurück ging es problemlos bergab. Der erste Willy war inzwischen repariert und wir stiegen wieder um. Auf weitere Autoausflüge verzichten wir und besuchten am nächsten Tag  eine kleine Insel direkt gegenüber der Marina. Es leben hauptsächlich Fischer da und wir gönnten uns für 12.- CUC pro Person Lobster (Languste). Am Sonntag war wieder Crewwechsel und wir warteten auf unser Taxi. Er kam aber nicht. So mußten wir ein neues besorgen. Diesmal war es ein Lada in recht gutem Zustand. In 2 Stunden fuhr er uns zum 130km entfernten Flughafen von Holguin. Von dort flogen Ralf und Ulrike nach Hause. 

Anschließend ging es zu einem Hotel, wo wir Kristina und Annelene abholten, die schon am Abend davor ankamen.

Hier nochmal einiges zum Verkehr.: Es gibt nur wenige neue Busse. Ein Großteil des Verkehrs wird mit umgebauten LKWs bewältigt. Daneben gibt es auch noch Pferdekutschen. Neben wenigen neuen japanischen Autos sind es Ladas, Moskwitsch und alte amerikanische Straßenkreuzer und Jeeps, die mit viel Aufwand am Leben erhalten werden. Bei den Motorrädern gibt es Ural und Djenpr Gespanne neben Jawas aus Tschechien und Unmengen MZ 250 aus der ex DDR in erstaunlich gutem Zustand. Die Straßen sind meistens asphaltiert, oft unnötig mehrspurig, aber auch mit vielen Schlaglöchern. –

Die nächsten beiden Tage besuchten die neue Crew und ich wieder Santiago und El Morro. Kristina sollte Zigarren für Freunde mitbringen. Es wurden uns laufend welche auf der Straße angeboten. Aber man weiß nie ob es gefälschte oder alte und geklaute sind. Wir konnten nur einen Laden im Zentrum von Santiago finden der original Zigarren verkauft. Da kann man aber sicher sein dass es keine Bananenblätter sind.

Am Mittwoch den 08.04. legten wir gegen Mittag ab, nachdem wir die restlichen CUC in Rum umgewandelt hatten. Es ging wieder über Nacht zurück nach Porto Antonio auf Jamaika. Diesmal war der Kurs günstiger und bei Ostwind von 3 bis 5 erreichten wir den Hafen am frühen Morgen.

Ich bekam wieder den alten Platz zugewiesen. Nach der nun schon bekannten Einklarierungsprozedur kamen später noch 3 Männer von der Policia Maritim an Bord und durchsuchten alle Schapps nach Drogen. Hinterher stellte ich fest dass mir einige Dollarscheine fehlten, die ich  zwischen meiner Wäsche versteckt hatte. – Am nächsten Tag machten wir wieder eine Tour die Küste entlang zu den Dun River Falls. 

Am 11.04. segelten wir weiter, immer entlang der grünen Nordküste mit meistens leichten Ostwinden. Die erste Nacht ankerten wir in der schönen Bucht Orca Bessa. Am nächsten Abend erreichten wir Montego Bay und ankerten bei einbrechender Dunkelheit vor dem Montego Bay Yachtclub. Bei diesem vornehmen Club mit maroder Steganlage  ließen wir am nächsten Tag unser Dinghi und gingen zum Einkaufen in die Stadt. Dafür wurden uns 35.-$ berechnet. Wir konnten aber auch die sehr guten Sanitäranlagen benutzen und die Beamten zum Ausklarieren  kamen dort zu uns. Dafür gönnten wir uns an der Bar noch einen Cocktail, wofür wir mit 30.-$ zu Kasse gebeten wurden..!!  

Früh morgens am 14.04. lichteten wir den Anker, und starteten zur längsten Strecke nach Providencia. 395 Sm lagen vor uns. Die Westküste Jamaikas ist die Leeseite, daher mussten wir lange dieseln bis wir den Passatwind wieder erreichten. Der wehte nun die ganze Strecke mit 4 bis 5 Bft und es gab eine See von ca. 2m. Das bekam unserer Mitseglerin Annelene nicht gut. Sie verbrachte fast die ganzen 3 Tage liegend in ihrer Koje. So mussten Kristina und ich die Wachen teilen, was aber gut lief. Am ersten Tag fingen wir noch eine schöne Golddorade. Während der  ganzen Strecke sahen wir nur 2 Frachter und keinen Segler. Im Morgengrauen des 17.04. erreichten wir die Bucht Port Isabel von Providencia. Sie sieht aus wie eine Südseeinsel der Marquesas mit hohen Bergen und Palmenstränden. Beim Ankermanöver versagte das Echolot. Als ich hinterher mit dem Handlot kontrollierte lagen wir auf 2,1m Wassertiefe. Naja, es bleiben ja 30 cm bis zum Grund. Gerade hatten wir uns ein ordentliches Frühstück gegönnt rief uns Mr. Busch über Funk. Er ist ein Shipsagent und die Einklarierung muss über ihn gemacht werden. Dafür nahm er die stolze Summe von 100.-$ Am ersten Tag wanderten wir über die Insel Isabel, die mit einer Brücke mit Providencia verbunden ist. 

Am nächsten Tag mieteten wir ein Kawasaki Muli und fuhren rund um die Insel mit vielen schönen Buchten, tollen Stränden und netten kleinen Ortschaften mit Bars und Restaurants.

Um Zeit zu sparen segelten wir über Nacht die 55 Sm bis San Andres. Diese Insel gehört wie Providencia zu Kolumbien. Der Hafen liegt an der Luvseite, ist aber von einem langen Riff geschützt auf dem unzählige Wracks liegen. Wir ankerten vor dem Hauptort vor Nenes Marina, einem wackeligen Steg mit einer Bar die mit allerlei maritimen Wrackteilen geschmückt ist. Dort erwartete uns schon Rene, der hier die Ein-und Ausklarierung übernahm. Er war von Mr. Busch informiert worden, verlangte aber nur 50.- $ für seine Dienste. Wir machten nun 2 Tage Pause, und erholten uns am Strand. St. Andres ist die Urlaubsinsel der Kolumbianer mit vielen Hotels, Restaurants, und allem was dazu gehört.

Früh morgens am 21.04. machten wir uns auf den letzten Schlag. Wir hatten noch einmal 240 Sm vor uns. Bei Ost um 4 bis 5 lief es sehr gut. Kristina und ich teilten uns wieder die Wachen. Am nächsten Mittag wurde der Wind langsam weniger, wir konnten den Hafen nicht mehr im Hellen erreichen. Gegen Abend schmissen wir den Diesel an. Vor der Einfahrt zu Puerto Limon, der bei Colon vor dem Panama Kanal liegt, lagen unzählige Ankerlieger, teilweise unbeleuchtet. Durch die Ankerlieger mussten wir in die Anfahrt zur Shelter Bay Marina finden. Die Einfahrt dahin war auch schlecht befeuert, mit Plotter und Radar kamen wir aber gut rein. Am ersten freien Steg legten wir uns gegen 22 Uhr längsseits. Nach der Anmeldung und Einklarierung am nächsten Morgen verholten wir an einen Liegeplatz in der guten und sicheren Maina. Hier liegen sehr viele Yachten, die durch den Panama Kanal Richtung Südsee wollen. – Ich hatte inzwischen ein Mail von Rudi bekommen. Gerade hatte er sein Boot verkaufen können und ich brauchte nicht mehr nach Martinique fliegen um mit ihm sein Boot nach Europa zu überführen. Also buchte ich gleich einen Flug für Samstag nach Hause.  Am Freitag kam die Dörtita aus dem Wasser. Sie wurde im Workingbereich aufgepallt.

So konnten wir in Ruhe das Boot für die Landlagerung klarmachen und noch eine Nacht an Bord schlafen. Die Marina liegt in einem ehemaligen Militärbereich der Amerikaner, rundum von dichtem Dschungel umgeben. Dort gibt es Affen, Krokodile und Schlangen.

Am Samstagmittag fuhren wir mit dem Taxi zum Flughafen, während die Dörtita in den bewachten Storagebereich kam.     

… von Trinidad nach Cap Cana

Hallo Ihr Lieben, ich liege in der Marina Cap Cana in der Dom.Rep. Und warte auf meine nächste Crew die am 14.03. hier ankommt. So habe ich mal Zeit zu schreiben.

 

Am 08.Dez. 2014 flog ich mit Rainer von Frankfurt nach Tobago. Wir kamen dort pünktlich gegen 16:00 Uhr an. Da gab es die ersten Schwierigkeiten. Rainer wurde der Weiterflug  nach Trinidad verweigert, da sein Rückflug von Grenada ging. Nach langen Verhandlungen bekam er dann doch die Genehmigung zur Einreise. Inzwischen war unser Anschlussflug weg. Wir wurden auf die Warteliste gesetzt, aber ein Flieger nach dem anderen war voll besetzt. Erst am nächsten Morgen um 02:00 Uhr kamen wir in die letzte Maschine und waren um 02:30 in Port of Spain. Elke und Peer wollten uns abholen. Sie warteten von16:00 Uhr bis 24:00 Uhr. Als es dann in POS kein Taxi mehr gab holten uns Werner und Elke doch ab. In Charguaramas, wo die Dörtita in der Werft  „Powerboats“ lag, mussten wir auch noch zum Zoll und mein Gepäck anmelden. Ich hatte als einziges Reisegepäck eine neue Steuersäule für das Boot mit. Um 05:00 Uhr waren wir endlich da. Ich hatte ein Apartment für 2 Tage gemietet. So brauchten wir noch nicht aufs Boot und konnten ausschlafen. Dann begann die einwöchige Arbeit an der Dörtita. Das Boot hatte durch die hohe Luftfeuchtigkeit im Inneren etwas Schimmel an den Wänden, der chemische Luftentfeuchter hatte nicht ausgereicht. Also wurde geputzt. Dann wurde die alte Steuersäule ausgebaut, die neue angepasst, und eingebaut. Das Kopflager der Ruderwelle musste neu geschweißt werden. Bimini und Sprayhood hatte ich zum Überarbeiten beim Segelmacher und wurden wieder angebaut…und..und..und. Dann wurde das ganze Boot poliert und letztendlich der Unterwasseranstrich (Antifouling) aufgebracht. Rainers Kommentar dazu: Jetzt weiß ich wie es im Knast ist.

 

Am 15.12.14 kam die Dörtita wieder ins Wasser. Wir bunkerten noch einige Lebensmittel und Getränke und am 17.12. legten wir ab und segelten über Nacht nach Grenada. Wir hatten NE Wind 4 – 5 Bft., mussten also hoch am Wind segeln. Gegen 09:00 Uhr ankerten wir im Süden Grenadas in der Prickly Bay. Nach dem Einklarieren hatten wir noch ein paar ruhige Tage. Die NAJA mit Werner und Elke kam einen Tag später an.

 

Am 20.12. flog Rainer nach Hause und am 21.12. kam meine neue Crew an, vier Jungs: Siegfried, Stephan, Jan und Gunnar, aus Intschede und umzu.

 

Am 22.12. ging es dann los. Zunächst nur bis St. Georges wo wir erstmal einen Supermarkt plünderten.

 

Am 23.12. dann der erste Schlag nach Carriacou, einer  kleiner Insel, die zu Grenada gehört. Bei NE 4-5 und grober See mussten wir wieder hoch am Wind segeln. Ein Crewmitglied opferte sein Frühstück dann bald an Neptun. Aber  bei Rumpunsch und gutem Essen war alles wieder gut.

 

Am nächsten Tag, dem 24.12. also Heiligabend gab es dann ein großes Programm. Zunächst Ausklarieren, dann ein Stopp  bei der kleinen Insel Sandy Island, die ist ca 200m lang und hat ein paar Palmen und einen herrlichem Sandstrand. Leider wurde da auch ein I-Phone gewässert, das die gar nicht mögen. Weiter ging es nach Clifton auf Union Island. Die Insel gehört zu „St.Vincent and the Grenadines“ und ich musste erstmal zum Flughafen zum Einklarieren. Als nächstes besuchten wir „Happy Island“, eine künstliche Insel im Riff vor Union, wo es einen guten Rumpunsch gibt. Das Weihnachtsessen hatten wir im „Lambis,“ einem ehemals gutem Restaurant. Das am Tisch servierte Büffet war zwar ok, aber es fehlte die Steelband, die eigentlich jeden Abend da sein soll.

 

Am 25.12. ging es dann in die Tobago Cays. Man ankert hinter einem großen hufeisenförmigem Riff. Darin liegen 4 kleine Inseln mit weißen Sandstränden, wildem Bewuchs und Iguanen, einer bis zu 40cm langen Echse. Im Wasser gibt es große Schildkröten, Rochen und viele Fische in den Korallenstöcken. Meine Crew entdeckte da beim Schnorcheln eine Koralle, an der kleine Jägermeisterflaschen wuchsen!? Am nächsten Tag ankerten wir in der Saline Bay von Mayreau, bevor es dann nach Bequia ging. Die Admirality Bay dort ist der Haupttreff der Segler in den Grenadinen. Mann liegt gut geschützt vor Seegang, nur nerven gelegentlich starke Fallböen.

An Land gibt es viele Restaurants und Geschäfte in karibisch bunten Häusern.

 

Am 29.12. segelten wir in den Young Island Cut, einem malerischen Platz an der Südostecke von St.Vincent. Mit dem Sammelbus ging es in den pitoresken Hauptort Kingstown.

Nahe des Ankerplatzes bestiegen wir Duvernette Island, einen Felsen im Meer. Über eine steile Treppe erreicht man auf der Spitze eine alte Festung, von dort hat man einen herrlichen Ausblick.

 

Am 31.12. fuhren wir zunächst in die Blue Lagoon, um dort in der Marina Wasser zu tanken. Dann ging es in die Wallilabou Bay. Dort liegt man an einer Mooring mit Landleine. Schon bei der Einfahrt kommen uns kleine Boote entgegen, um gegen eine kleine Gebühr die Landleine auszubringen. Anschließend wird man von mehreren Booten belagert, die Jungs bieten Obst, Fisch und selbst gebastelten Schmuck an. Wir kauften ein paar Sachen und alle waren zufrieden.

Meine Crew machte einen Ausflug zum Wasserfall, während ich zum Ausklarieren ging. In der Bucht sind noch einige Überbleibsel von Kulissen der Filmdrehs zu Pirates of the Karibien vorhanden. In einer dieser Ruinen hat Toni eine Bar errichtet. Da feierten wir Silvester.

Zusammen mit einer schwedischen Crew tanzten und feierten wir bis morgens um 3 Uhr. Das war sicher etwas zu lange, und Tonis Rumpunsch war zu stark, denn am 01.01.15 um 09:30 ging es los auf die 40Sm nach St. Lucia. Bei NE5 und einer kurzen Welle verloren 2 Crewmitglieder alles was sie am Tag zuvor zu sich genommen hatten. Kurz vor dem Sonnenuntergang erreichten wir die Sofriere Bay von St.Lucia. Der nächste Tag diente der Erholung. Ich musste wieder einklarieren und die Jungs machten einen Ausflug zum Vulkan. Am nächsten Tag endete dieser Törn nach kurzem Besuch der Marigot Bay in der Rodney Bay Mariana.

 

Am 05.01. flogen die Intscheder Jungs nach Hause. Am selben Tag kamen Delfried und Dominik an Bord. Sie waren schon am Tag vorher auf Martinique angekommen und wollten am Morgen mit einem Inselhopper nach St.Lucia kommen. Man wollte sie nicht in den Flieger lassen, weil ihr Rückflugticket von Guadeloupe ging. Erst nachdem ich die Schiffspapiere als MMS zu ihnen geschickt hatte durften sie fliegen. Sie kamen nur mit halben Gepäck an, Dominiks Tasche war nach Las Palmas geschickt worden. Er musste erstmal mit den nötigsten Sachen eingekleidet werden.

Am 06.01. segelten wir zunächst zur Marigot Bay, und am nächsten Tag nach Le Marin auf Martinique. Ich kaufte dort einen neuen Batteriesatz, die alten waren nach einem Jahr schon wieder kaputt. Mit einem Leihwagen unternahmen wir eine Rundfahrt über die Insel mit dem Besuch einer Rum-Destillerie. Am nächsten Tag ging es in die schöne Grande Anse de Arlet. Vor dem herrlichen Sandstrand liegt man neuerdings an kostenlosen Mooringtonnen.

 

Am 10.01. gingen wir zunächst vor Fort de France vor Anker. Ich ging einkaufen und Delfried und Dominik fuhren zum Flughafen. Die fehlende Tasche war tatsächlich noch angekommen. Anschließend segelten wir weiter nach St. Piere. Die frühere Hauptstadt wurde 1900 durch einen Vulkanausbruch vollkommen zerstört, wobei alle Einwohner ihr Leben ließen. Am nächsten Tag dann wieder eine raue Überfahrt nach Dominika. Südlich der Hauptstadt Roseau  gingen wir an eine Mooring von Sea Cat.  Mit dem machten wir dann am nächsten Tag eine Inseltour. Unter anderem besuchten wir die Trafalgar Falls, die höchsten und wildesten Wasserfälle der Insel und den Ti Trou Gorge, einer schmalen Schlucht, in die man ein Stück hineinschwimmen kann. Der nächste Stopp war in der sicheren und schönen Prince Rupert Bay. Dort kann man Bootstouren buchen und die Bootboys rudern mit den Gästen in den Indian River, einem von Mangroven und üppiger Vegetation gesäumten Fluss.

 

Am 14.01. folgte der kurze Schlag zu den Iles de Saintes. Diese zu Guadeloupe gehörenden Inseln sind wie ein kleines Stück Frankreich. Wir gingen vor der Terre den Haut an eine Mooring. Anschliessend stand ein Besuch des Fort Napoleon an, eine gut restaurierte Festung mit Museum. In diesem werden u.a. Scenen der „Battle of the Saintes“ abgebildet. Diese Seeschlacht, bei der mehr als 10000 französiche Seeleute ihr Leben ließen, festigte die Vorherrschaft Englands im karibischen Raum.

 

Am 15.01. segelten wir dann in die Marina Bas du Fort in Pointe a Pitre auf Guadeloupe.  Nach einer ausgedehnten Inselrundfahrt war am 18.01. wieder Crewwechsel.

Neu an Bord kamen Doris und Peter und am 20.01. ging es weiter.

Zunächst gab es wieder einen Stopp auf den Saintes, dann an der Westküste Guadeloupes mit einem Schnorchel-Stopp bei den Ilets Goyave, im  Costeau Nationalpark, da ist die Unterwasserwelt noch in Ordnung, und weiter bis Deshaies. Es ist eine sehr schöne Bucht mit nettem kleinen Ort.

 

Am 23.01. segelten wir weiter nach Falmouth Harbour auf Antigua. Dort und in Nelsons Dockyard, in English Harbour, liegen Unmengen von Superyachten. Von sehr schönen Seglern bis zu 40 m Länge gibt es da auch potthässliche Motoryachten  in alle Größen. Am Sonntag besuchten wir Shirly Heights, eine ehemaligen Festung, mit Blick über die ganzen Häfen und Buchten. Dort findet immer sonntags eine Fete für die Touristen statt. Es gibt Gegrilltes und Bier und Rumpunsch. Dazu spielt zunächst eine gute Steelband und später am Abend eine Raggae-Band. Ein riesen Spektakel.

 

Am 26.01. segelten wir nach Montserat und ankerten in der Little Bay. Diese Insel wurde 1995 von einem Vulkanausbruch zu 2/3 verwüstet. Im Norden, dem verbliebenen Rest der Insel, ist man dabei wieder eine neue Hauptstadt zu errichten. Nach problemlosem Einklarieren machen wir eine Taxifahrt mit Cecil, der uns seine Insel zeigt. Es geht u.a. in die Nähe der alten Hauptstadt Plymouth, die komplett von Lava und Asche verschüttet ist. Erstaunlich ist wie die Natur sich langsam alles zurückholt, vieles ist wieder grün und es gibt schon wieder Bäume. Im Vulkan Observatorium sehen wir einen Film über die Aktivitäten des Soufriere. Am nächsten Tag ging es nach Nevis. Vor dem Pinnys Beach liegt man an neuen Mooringtonnen. Bemerkenswert ist in den Strandbars vor allem der Rumpunsch „Killerbee“ .

In Basse Terre, dem Hauptort von St. Kitts, gingen wir in die neue Marina von Port Zante. Hier hat man ein riesiges Geschäftsviertel und neue Kreuzfahrtanleger gebaut. Tagsüber ist die Stadt von Kreuzfahrttouristen überflutet, aber ab ca 18 Uhr ist Ruhe!? Wir waren am Freitag da, und nachts hat die einheimische Bevölkerung ihr Jump UP.  Überall dröhnt Musik und es wird viel getrunken. Auch wenn alle sehr freundlich sind, wird uns das irgendwann unheimlich und wir ziehen uns an Bord zurück. Der nächste Stopp ist Statia. Diese zu Holland gehörende Insel heißt eigentlich St. Eustatius und wird nur von wenigen Seglern besucht. Man liegt in einer offenen schwelligen Bucht  an Mooringtonnen. Das Ein und Ausklarieren am Sonntagmorgen war etwas schwierig, da die Beamtin die von 10 bis 12 da sein sollte, erst aus dem Bett geklingelt werden musste. Die Insel wird von dem Quill, einem 600m hohen erloschenem Vulkan überragt, in den man auch hineinklettern kann. Normalerweise mache ich das mit meinen Crews. Aber da  es am Gipfel regnete verzichteten wir diesmal darauf. So fuhren wir weiter, an der großen Öl Verladeeinrichtung vorbei in Richtung St. Barts. Es liegen hier auch viele große Tanker vor Anker. Die Fahrt nach St. Barts war wieder ziemlich rau, da uns der Wind genau auf die Nase wehte und wir den Motor zu Hilfe nehmen mussten. Vor dem Hauptort Gustavia ankerten wir. Die Insel St. Barthelemey, kurz St. Barts war zwischenzeitlich in schwedischem Besitz. Davon zeugen noch die Straßennahmen und viel Gebäude. Sie ist jetzt aber wieder französich und ein Treffpunkt vieler Reicher aus aller Welt. Aber eben auch wunderschön mit vielen herrlichen Buchten und Stränden. Bemerkenswert ist auch der kleine Flughafen. Nachdem die Propellermaschinen einen Berg knapp überflogen haben, auf dem auch noch eine Straßenkreuzung liegt, stürzen sie sich im Sturzflug den Hang hinab um dann die Maschine auf der nur 500m langen Piste abzufangen. Gleich dahinter ist wieder das Meer. – Nach einer Inselrundfahrt ziehen wir uns mit der Dörtita in die ruhige Baie de Columbier zurück. Auf der Weiterfahrt nach St.Martin legen wir noch Stopps auf der einsamen Insel Forche und am Strand der Insel Tintamare ein. Nach einer Nacht in der in der weitläufigen Baie de Grande Case erreichen wir am 06.02. die Marina Fort Louis in Marigot, dem Hauptort des französischen Teils von St. Martin. Hier kaufe ich ein weiteres Solarpaneel mit 135 Watt. Die Batterien verlangen nach mehr Ladung um die Kühlboxen zu versorgen. Es werden ja auch immer kalte Getränke gebraucht und Eis für die Cocktails. –

 

Am 07.02. dann wieder Crewwechsel. Peter und Doris gingen für eine Nacht ins Hotel und Alfons, Monika, Jörg und Angelika  kamen spät am Abend an. Nachdem am nächsten Tag ordentlich Getränke und Lebensmittel gebunkert wurden, machten wir noch eine Inseltour, u.a. auch nach Philipsbourg, dem Hauptort des holländischen Teils der Insel. Hier ist das Paradies der Kreuzfahrttouristen, über einen km Länge reiht sich Geschäft an Geschäft mit Schmuck, Uhren, Kleidung, Alkohol und Nippes.

Am nächsten Tag verlegen wir uns in die Baie Gran Case, wo man gut in allen Preisklassen essen kann.

 

Am 10.02. segelten wir nach einem Stopp am Sandstrand der Insel Tintarmare bis Road Bay auf Anguilla. Dort verbrachten wir einen Tag am schönen Strand. Alfons lief zwischendurch zum Hauptort um Einzukaufen. Beim Ein-und Ausklarieren wunderte ich mich dass es gar nichts kostet.

 

Am 12.02. starteten wir dann Richtung Virgin Islands. Zunächst stoppten wir noch  bei Sandy Island, einer kleinen Sandinsel mit ein paar Palmen und einer Bar. Einen weiteren Stopp legten wir bei den Prickly Pear Cays ein. Diese kleinen Inseln liegen ca 6 Sm nördlich von Anguila, haben tolle Plätze zum Schnorcheln und schöne Sandstrände. Das Anlanden mit dem Dingi ist bei starkem Schwell allerdings immer eine nasse Angelegenheit. Gegen Abend gingen wir Ankerauf und segelten über Nacht die 90 Meilen nach Virgin Gorda. Bei NE um 4 und Westkurs war es eine ruhige Reise. Alle durften für 3 Stunden Wache halten. Am Morgen liefen wir in die Marina von Virgin Gorda ein. Von hier besuchten wir die Bahts. Das sind an der Nordküste der Insel viele kleine Buchten mit Palmen, Sandstränden und einer Unmenge Felsen, die in wilden Formationen übereinanderliegen und Höhlen und Durchgänge bilden. Eine faszinierende Landschaft, die es wohl kaum noch einmal woanders gibt. Weiter segelten wir durch den beeindruckenden Sir Francis Drake Channel, der beidseitig von vielen kleinen Inseln gesäumt wird. Einen Stopp legten wir bei Salt Island ein, wo man über dem Wrack der 1902 gesunkenen Rhone schnorcheln kann. Die Nacht verbrachten wir ankernd in der Deadmann Bay vo Peter Island. Am 16.02. mussten wir dann in die Marina  von Road Town auf Tortola. Ich musste einen neuen Regler für die Solarpaneele kaufen, der alte war wegen der höheren Leistung durchgebrannt. Die Crew ergänzte in der Zeit die Bordvorräte.

Weiter segelten wir nach Jost van Dyke, einer nach dem gleichnamigen Piraten benannten Insel. Auch da gibt es super Buchten. Im kleinen Hauptort ist vor allem die Bar und Restaurant „Foxis“ einen Besuch wert. Der Inhaber macht dort abends Musik und es gibt wilde Partys. Uns war der Büffetpreis mit 40 US Dollar allerdings zu hoch und wir aßen lieber an Bord.

 

Am 18.02. musste ich zunächst aus den BVIs ausklarieren. Dann segelten wir nach  Cruz Bay auf St.John, das zu den US-Virgin Islands gehört. Das Einklarieren bei den US Beamten lief problemlos, da wir alle über US-Visen verfügten. Anschließend gingen wir nebenan in der schönen  Caneel Bay an eine Mooring. Hier in den US Virgins sind wesentlich weniger Boote unterwegs. Die meisten Segler scheuen wohl die teure und umständliche Visabeantragung. Am nächsten Tag segelten wir zur 39 Sm südlich gelegentlichen Insel St. Croix. Es war eine flotte Rauschefahrt, allerdings hoch am Wind. Wir ankerten vor dem Hauptort Christinsted. Auch hier waren fast keine Fahrtensegler. Daher waren wir überrascht wie schön die Insel war.

Die US Virgins waren lange in dänischem Besitz, bevor sie an die USA verkauft wurden. Geblieben sind viele dänische Namen und Orte mit dänischen Gebäuden. Vieles ist gut erhalten. Am nächsten Tag wollen wir ein Auto mieten, aber der Fahrer musste noch einen Führerschein kaufen, auch die Versicherung war nicht inclusive. Das war uns zu teuer, also fuhren wir mit einem Bus über die Insel bis Frederiksted, keine schlechte Alternative. Wir sehen entspannt die grüne Insel. Und können auf der Rückfahrt unsere Vorräte in einem Einkaufscenter ergänzen. Am nächsten Tag geht es raumschots zurück nach St.Thomas. Dort muß ich für Puerto Rico ausklarieren, obwohl doch alles irgendwie zu den USA gehört. So segeln wir am 22.02. in die Ensanada Honda auf Culebra. An diesem Tag haben wir viele Regenschauer, auch beim Ankern prasselt es heftig. Die Einklarierung am Flugplatz am nächsten Tag dauert geschlagene  2 Stunden. Zunächst ist der Beamte nicht da, dann mußte ich für 35 Dollar noch ein Crusingpermit kaufen. Auf dem Rückweg zum Boot werden wir wieder von einem heftigen Schauer erwischt. Am nächsten Abend ankern wir alleine hinter einer kleinen Insel.

 

Am 24.02.haben wir dann wieder einen schönen Segeltag mit achterlichem Wind. Wir gehen am Abend in die Marina San Juan. Ich mss einen vernünftigen Preis aushandeln, damit wir nicht vor Anker müssen. Am nächsten Tag besuchen wir die sehr schön Hauptstadt San Juan. Es ist wie in Spanien, enge Gassen, alte gut erhaltene Gebäude und gewaltige Festungen. Störend ist nur die Invasion von ca. 15000 Kreuzfahrttouristen die von 6 Schiffen in die Stadt einfallen. Da kann ich nicht mehr verstehen wie man Gefallen an Kreuzfahrten haben kann. In den nächsten Tagen ist es ruhiger, es sind keine oder nur ein Schiff im Hafen. Wir mieten auch ein Auto, fahren in den Regenwald von El Junque und erkunden einiges der hügeligen grünen Landschaft.

 

Am 28.02. fliegt meine Crew nach Hause.

Ich bleibe allein an Bord.

 

Am 03.02. lege ich am frühen Morgen ab, im Hafen war es fast windstill. Draußen erwartet mich zunächst ein moderater NE4. Ich segelte nur mit der Genua. Gegen Abend erreichte ich die Mona Passage zwischen Puerto Rico und der Dom.Rep. Der Wind wurde immer stärker und der Seegang nahm gleichzeitig zu. Zum Glück hatte ich fast Vollmond. Gegen Morgen hatte ich NE Wind um 7  und Wellen bis zu 5m. Die Dörtita kommt ins Surfen und ich verkleinere die Genua auf ein Drittel. Dann kommen vor der Küste auch noch heftige Regenschauer dazu. Zunächst kann ich die Einfahrt der Marina daher nicht sehen. Zwischen 2 Schauern steht ein großer Regenbogen über dem Ort und ich rausche in den Hafen. Beim Festmachen sind gleich mehrere Helfer da. Kurz danach kommen auch schon die Einklarierungsbeamten mit 5 Leuten an Bord. Aber alle sind nett und entspannt.

Ich muss die Dörtita anschließend verlegen. Nun liegt die Dörtita sicher in einer Box. Neben mir ist ein englisches Boot, die „Wandering Dream“. Vier nette Engländer sind auf Weltumseglung. Wegen des starken Windes bleiben sie bis Dienstag hier, sie wollen dann nonstop bis Panama. So habe ich nette Nachbarn. Zusammen gingen wir am Samstag zum Karneval nach Punta Cana. Das war eine riesige Veranstaltung mit hunderten Teilnehmern in Kostümen und tausenden Zuschauern.

 

Nun habe ich noch Zeit mich zu erholen und einiges zu erledigen. Ich freue mich auch auf den Rest der Reise zu neuen Zielen.

 

Viele Grüße

Heiner

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