Vom Äquator bis Trinidad

Mein letzter Bericht endete in der Innertropischen Konvergenzzone um den Äquator.
Nachdem wir diese Zone passiert hatten setzte bald der Nordostpassat ein, der von Tag zu Tag stärker wurde. Wir konnten wieder gut segeln und die Etmale wurden von Tag zu Tag besser. Dann segelten wir aber „Am Wind“ . Am Nachmittag des 14.03.19 liefen wir in Französisch Guayana in die Flussmündung in der Nähe von Cayenne ein. Bei Degrad des Cannes machten wir in einer kleinen Marina an einem Schwimmsteg fest. 1313 sm lagen hinter uns. Am nächsten Morgen brachte uns der nette Hafenmeister zum Einklarieren und fuhr uns anschließend zu einer Autovermietung. Wir mieteten für drei Tage ein Auto. Zunächst besuchten wir einen Zoo, in dem die meisten Tiere, die es im Land gibt, gezeigt werden. Der Zoo lag sehr schön im Regenwald. Das ganze Land gefiel uns sehr gut. Es ist tropisch mit viel unberührtem Dschungel . Die wenigen Ortschaften befinden sich am schmalen Küstenstreifen. Wir fuhren auch nach Kourou, wo wir ein Museum des Europäischen Raumfahrtcenters der ESA besuchten. Von dort werden die Ariane Raketen ins All geschossen.
Am 18.03. starteten wir zu unserer letzten Etappe nach Trinidad.
Der Passat drehte dabei immer weiter auf Ost und es wurde eine angenehme schnelle Reise. Am Samstag den 23.03.19 machten wir um 12 Uhr nach 697 sm an einer Mooring in Charguaramas in Trinidad fest.

Hier kreuzte ich die Kurslinie vom 05.06.2014. Ich hatte nach 37397 sm die Welt umsegelt.

Am Nachmittag konnten wir noch einklarieren. Wir lagen vor dem Boatyard „Power Boats“, wo die Dörtita schon viermal an Land war. Mir fiel auf, dass das Restaurant fehlte. An Land erfuhr ich, dass es bei einem Erdbeben zerstört wurde.
Über das ganze Gebiet zogen starke Rauchwolken, die von einem Waldbrand hinter dem Gelände kamen. Es schien sich niemand darum zu kümmern. Am Montagmorgen meldete ich uns gleich im Büro an. Wir bekamen sofort einen Termin und schon am Nachmittag wurde die Dörtita mit dem Travellift aus dem Wasser geholt und an einem Lagerplatz abgesetzt. Sehr überrascht war ich von den Preisen der Werft, sie haben seit meinem letzten Aufenthalt dort ordentlich zugelegt. Jetzt zahle ich nur für den Stellplatz pro Monat 504 US Dollar. Alles Andere kommt noch extra.
An den folgenden Tagen gab ich einige Reparaturarbeiten in Auftrag. Die Genua wurde beim Segelmacher repariert, ein gebrochenes Rohr des Heckbügels wurde geschweißt und ein Rigger überprüfte das gesamte Rigg. Am Backbord Hauptwant waren ein paar Kardele gebrochen. Der Rigger stellte fest, dass sich auch am Steuerbord-Want und an den Unterwanten einzelne Kardele gelöst hatten. So ließ ich alle erneuern, und wieder war ein Tausender weg….. In der Zwischenzeit baute ich einen neuen Kühlkompressor für die Kühlbox ein. Auch einen Bilgenschalter für die elektrische Bilgenpumpe und eine neue Handlenzpumpe baute ich ein.
Wir mieteten dann für 3 Tage ein Auto und sahen uns die schöne Nordküste an, besuchten den Zoo in Port of Spain und spazierten auf einem See aus natürlichem Asphalt…….
Wir hatten auch die Flüge für unsere Heimreise gebucht. Es sollte am 02.04. mit United Airlines über Newark USA nach Montreal in Kanada gehen und weiter mit WOW Air über Reykjavik nach Frankfurt. Zwei Tage später bekamen wir die Nachricht, dass WOW Air Pleite sei und die Flüge gecancelt wurden. Also mussten wir einen neuen Flug buchen. Wir buchten einen Flug von New York nach Frankfurt mit Singapore Airlines. Mussten natürlich ein neues Ticket kaufen und dafür in New York auch noch den Flughafen wechseln. Am 02.04. ließen wir uns um 03.30 Uhr zum Flugplatz bringen. Es lief alles problemlos und pünktlich, auch die Zugfahrt von Frankfurt nach Langwedel war ohne Verspätung. Am 03.04. waren wir um 18:30 zuhause.
Den Sommer werde ich nun in Deutschland verbringen.
Für die nächste Wintersaison werde ich demnächst einen Törnplan erstellen und euch zusenden.
Ich benötige auch jemanden für die Rückreise über die Azoren
nach Bremerhaven.

Viele Grüße

Heiner

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